Geist in allen Dingen

Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten.
9 Tage. 9 Gegenstände. 9 Gebetsübungen.

Die Regeln für dieses spirituelle Spiel:

Nimm einen einfachen Gegenstand.
Überlasse dich für ein paar Minuten dem „Geist“ dieses Gegenstandes. Sei planlos. Schau deinen Händen zu. Spiele. Erreiche nichts.
Erkläre nicht, was geschieht.

Freitag: Zeitungspapier


Samstag: Stift


Sonntag: Papiertaschentuch


Montag: Papiertüte


Dienstag: Steine


Mittwoch: Zahnstocher


Donnerstag: Büroklammer
Freitag: Holzwolle
Samstag: Faden

Gottes Geist ist im leisen Rascheln der Zeitung, in der schweren Härte der Steine, in der Biegsamkeit der Büroklammer und der Leichtigkeit des Fadens. Die Dinge erzählen von ihm. Wenn ich beim Telefonieren gedankenverlorene Bilder kritzel oder in einer Diskussion mit einer Büroklammer spiele, dann überlässt sich ein Teil von mir diesen Materialien, ohne dass ich es merke. Unbewusst kämpfe, spiele, arbeite ich mit den Dingen. Auch beten ist auf diese Art möglich: Mich einfach gedankenverloren einem Material, einem Gegenstand überlassen. Dazu gehört eine Art Blickwechsel auf die eigenen Hände: Weg vom kontrollierend-planenden Blick, in dem das Denken die Hände beherrscht. Hin zum staunend-beobachtenden Zuschauen, in dem die Hände die Führung übernehmen. Dieser Blick ist sehr zart und vorsichtig. Geduldig und verzeihend. Gnädig und leicht. Dieser Blick erfordert die Fähigkeit sich fallen zu lassen und zu vertrauen. Den eigenen Händen, den Gesetzmäßigkeiten und Grenzen des Materials … und darüber hinaus diesem eigensinnigen Geist, der weht wo er will. Er wird schon wissen, wohin er mich führt.
Ob ich am Ende verstehen werde, was geschieht?


Ein Spiel in Kooperation mit der atelier:kirche. Herzliche Einladung mitzuspielen, an allen oder einzelnen Tagen.


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