aussetzen/verschenken 9

Der Marktaufseher sagt: „Hier können Sie nicht bleiben. Sie sind nicht angemeldet.“
Wir lächeln und nicken und reden mit Engelszungen.
Wir wollen schließlich nicht weg von diesem Platz mit Sonne und Blumen und den netten Damen, die mit uns plaudern.
Wir verschenken doch nur, sagen wir. Wollen nix verkaufen, niemand bekehren. Und überhaupt: Wir haben im sonstigen Leben ganz ehrbare Berufe.
„Gedichte schreiben ist doch auch ein ehrbarer Beruf“, sagt der Marktaufseher. Das sehe man ja auch an dem da – und er deutet auf den riesigen Schiller aus Bronze hinter uns.
Und dennoch.
Wir müssen gehen. Schiller darf bleiben. Er scheint eine Ausnahmegenehmigung zu haben.
 
 
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Es gibt eine ganz einfache Erklärung, was der Heilige Geist ist: Die Gabe Gottes. Er ist das, was Gott schenkt: Mut, Frieden, Weisheit, Vergebung, Leben. Der Geschmack von Whisky-Trüffel nach einem Espresso. Das Gefühl, wenn ein verspannter Muskel locker lässt. Der kurze Moment im Gespräch, wenn beide schweigen und sich verstehen. Der Heilige Geist ist, was Gott gibt. Begabung.
Und der Heilige Geist ist Gott. Weil Gott sich selbst gibt. Gott verschenkt sich. Setzt sich aus. 
Um diesem Gedanken nachzuforschen, haben Birgit Mattausch und ich die Reihe „Aussetzen/Ausgesetzt“ auf Pfingsten hin fortgesetzt. Mit dem Schwerpunkt Aussetzen als Sich-Geben, Sich-Verschenken. Verschenken ist das Gegenteil von Verkaufen. Daher ist der Ort  für unser Aussetzen der Markt.
 
Hier (nach und nach) die ganze Geschichte: aussetzen/sich verschenken.
 

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