„warten“ kommt von „die Warte“

Nimm jeden Tag ein leeres Blatt Papier.
Bewarte das Papier, als würdest du es mit Warten beschreiben.
Hänge es anschließend in eine Kirche.

Das ist meine spirituelle Übung zur Fastenzeit 2021.
(Hier mehr dazu: warten)

Parallel dazu beschäftige ich mich mit der Herkunft des Wortes „warten“. Hier folgt die …

… zweite etymologische Spur

Die Warte ist der Ort, von wo aus man Ausschau hält. Die Sternwarte, die Leitwarte, die Messwarte.

Auf einer Warte zu sein, den Blick schweifen zu lassen, mit wachen aber entspannten Augen in die Weite zu schauen, das ist, was man auf einer Warte tut: warten.

Warten wie auf einer Warte

Meistens ist Warten geschlossen und zielorientiert: Ich warte auf das Ende der Pandemie (oder zumindest auf die Möglichkeit zur Impfung) darauf, dass die Ampel grün wird, oder das Update fertig ist. Ich bin in der Zeit und in der Situation gefangen. Dieses Warten ist wie Leiden.

Auf einer Warte ist das anders. Ich bin ich der Situation ein Stück weit enthoben. Der Blick vom Gipfel. Überwältigende Sicht. Oft genieße ich es: Im Überblick Zusammenhänge zu sehen, zu erkennen, was sich abzeichnet, mit schweifendem Blick nur kurz an Einzelheiten hängen bleiben sich wieder zu lösen. Leicht. Locker. Gelassen.

Was hilft: Dankbarkeit. Lächeln. Gedanken und Gefühle erkennen und sich freundliche wieder davon lösen. Offen bleiben, wach, empfangend.

Raphaela und Elisabeth bringen es so ins Bild:

Wer wartet mit?

Wer möchte ebenfalls Papier „bewarten“? Ich würde mich freuen, Mitwartende zu finden, die auf die je eigene Art den Zustand des Wartens erforschen. Egal ob online oder vor Ort, ob einmalig oder regelmäßig. Gemeinsam ist Warten manchmal irgendwie kraftvoller.

Infos hier: Wer wartet mit mir?

Hier die Gesamtaktion: warten.

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