aussetzen/verschenken 3

Auf  zwei Kartons schreibt sie mit großer Schrift. So wie Bettler, wenn sie  in wenigen Buchstaben ihre Situation erläutern und um ein paar Euro  bitten. Aber unsere Schilder bitten um nichts. “Gedichte zu  verschenken!” steht auf dem einen. Das ist ihr Schild. “Bilder zu  verschenken!” steht auf meinem. 
Wir  sind fremd hier auf dem Wochenmarkt. Wir kennen die Gesetze nicht. Die  Gesetze des Marktes. Wo dürfen wir uns hinsetzen mit unseren Schildern?  Neben dem Blumenstand? Oder lieber zwischen Kaffee-Verkäufer und  Bäckerwagen? Wir sind anders, haben keinen Stand mit Äpfeln oder Gemüse,  keine Eier, keinen Honig, und vor allem: keine Kasse. Nur einen Stuhl  für jeden von uns, einen Block, ein paar Stifte (für die Gedichte) und  eine Kerze (mit deren Rauch will ich die Bilder malen).
Dürfen  wir das? Uns aussetzen? Etwas verschenken, das wir dann machen, wenn  uns jemand darum bittet? Ist Verschenken auf dem Markt vielleicht  verboten? Oder Sitzen? Betteln könnte verboten sein. Werben.  Unangemeldetes Verkaufen. Falsches Parken. Aber Sitzen und Verschenken?  Wie wird der Markt reagieren, wenn zwei sich aussetzen um zu  verschenken?
Was wird mit uns geschehen?
 

 

 

Es gibt eine ganz einfache Erklärung, was der Heilige Geist ist: Die Gabe Gottes. Er ist das, was Gott schenkt: Mut, Frieden, Weisheit, Vergebung, Leben. Der Geschmack von Whisky-Trüffel nach einem Espresso. Das Gefühl, wenn ein verspannter Muskel locker lässt. Der kurze Moment im Gespräch, wenn beide schweigen und sich verstehen. Der Heilige Geist ist, was Gott gibt. Begabung.
Und der Heilige Geist ist Gott. Weil Gott sich selbst gibt. Gott verschenkt sich. Setzt sich aus. 
Um diesem Gedanken nachzuforschen, haben Birgit Mattausch und ich die Reihe „Aussetzen/Ausgesetzt“ auf Pfingsten hin fortgesetzt. Mit dem Schwerpunkt Aussetzen als Sich-Geben, Sich-Verschenken. Verschenken ist das Gegenteil von Verkaufen. Daher ist der Ort  für unser Aussetzen der Markt.
 
Hier (nach und nach) die ganze Geschichte: aussetzen/sich verschenken.
 

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